Wissenswertes
Hüftdysplasie, Arthrose, Kreuzbandriss & Co.: Erkrankungen verstehen und deinen Hund mit Physiotherapie-Übungen für zuhause unterstützen — Wissen vom zertifizierten Hundephysiotherapeuten.
Wichtig: Diese Informationen ersetzen keinen Tierarztbesuch. Bei Verdacht auf eine Erkrankung oder bei akuten Beschwerden wende dich immer an deinen Tierarzt.
Häufige Erkrankungen
Hüftdysplasie (HD)
Eine der häufigsten Gelenkerkrankungen beim Hund. Die Hüftpfanne und der Oberschenkelkopf passen nicht optimal zusammen, was zu Schmerzen und Bewegungseinschränkungen führt. Gezielte Hüftdysplasie-Übungen für zuhause stärken die Muskulatur und verbessern die Lebensqualität deutlich.
Tipps:
- •Gewichtskontrolle ist essenziell
- •Schwimmen ist ideal als gelenkschonendes Training
- •Regelmäßige, moderate Bewegung statt Überbelastung
Kreuzbandriss
Ein Kreuzbandriss ist eine der häufigsten orthopädischen Verletzungen beim Hund. Nach der OP ist Physiotherapie entscheidend für den Heilungserfolg. Ziel ist der schrittweise Muskelaufbau und die Wiederherstellung der vollen Gelenkfunktion — mit Übungen, die du zuhause begleitend durchführen kannst.
Tipps:
- •Strenge Ruhigstellung nach OP (4-6 Wochen)
- •Langsamer, kontrollierter Muskelaufbau
- •Cavaletti und Balanceübungen ab der Reha-Phase
Spondylose
Knöcherne Zubildungen an der Wirbelsäule, die mit dem Alter zunehmen. Kann schmerzfrei verlaufen, aber auch zu Steifheit und Schmerzen führen. Physiotherapie hilft, die Beweglichkeit zu erhalten und Schmerzen zu lindern.
Tipps:
- •Sanfte Mobilisation der Wirbelsäule
- •Wärme vor dem Training kann helfen
- •Sprünge und abrupte Drehbewegungen vermeiden
Arthrose
Degenerative Gelenkerkrankung, die vor allem ältere Hunde betrifft. Der Gelenkknorpel baut sich ab, was zu Schmerzen und Bewegungseinschränkungen führt. Regelmäßige, angepasste Bewegung ist der Schlüssel zur Behandlung.
Tipps:
- •Tägliche kurze Spaziergänge statt lange Wanderungen
- •Weiche Unterlage zum Liegen
- •Bei Kälte und Nässe besonders aufpassen
Patellaluxation
Die Kniescheibe springt aus ihrer Führung – besonders häufig bei kleinen Rassen. Je nach Schweregrad (Grad 1-4) kann konservative Therapie oder eine Operation nötig sein. Physiotherapie stärkt die umgebende Muskulatur.
Tipps:
- •Gewichtskontrolle bei kleinen Rassen besonders wichtig
- •Gezielter Muskelaufbau der Oberschenkelmuskulatur
- •Springen von Möbeln vermeiden – Rampen nutzen
Bandscheibenvorfall (Diskopathie)
Besonders häufig bei Dackeln und anderen chondrodystrophen Rassen. Bandscheibenmaterial drückt auf das Rückenmark und kann von leichten Schmerzen bis hin zu Lähmungen führen. Sofortige tierärztliche Behandlung ist essenziell.
Tipps:
- •Bei Verdacht sofort zum Tierarzt!
- •Treppen und Sprünge strikt vermeiden
- •Nach Behandlung: langsamer Bewegungsaufbau unter Anleitung
Tipps für den Alltag
Warm-Up vor dem Training
5-10 Minuten langsames Gehen oder sanfte Massage, bevor ihr mit den Übungen beginnt. Der Körper braucht Zeit, um in Schwung zu kommen.
Cool-Down nicht vergessen
Nach dem Training ausstreichende Massage und Ruhe. Der Hund soll sich erholen können.
Qualität vor Quantität
Lieber 3 saubere Wiederholungen als 10 unsaubere. Der Hund lernt durch korrekte Ausführung.
Regelmäßigkeit ist der Schlüssel
Kurze, tägliche Einheiten sind besser als einmal pro Woche eine lange Session.
Auf Schmerzzeichen achten
Hecheln, Winseln, Meideverhalten, Lecken an Gelenken – wenn dein Hund Schmerzen zeigt, sofort aufhören.
Belohnung und Spaß
Training soll beiden Spaß machen. Positive Verstärkung mit Leckerlis und Lob motiviert deinen Hund.
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